Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg
Abteilung I – Pastoral
Referat Weltkirche
PRESSEERKLÄRUNGAngesichts der dramatischen und tragischen Zuspitzung des Konflikts im peruanischen
Urwaldgebiet beklagen wir die zu Tode gekommen und verletzten Opfer auf Seiten der
indigenen Bevölkerung sowie der staatlichen Ordnungskräfte. Mit Bestürzung konstatieren
wir, dass der seit Wochen und Monaten angemeldete Protest gegen den fortschreitenden
Ausverkauf peruanischen Territoriums zu einer Eskalation der Gewalt im Partnerland
der Erzdiözese Freiburg geführt hat. Wir verkennen nicht, dass das Gewinnstreben
ausländischer Investoren, die am Erdöl und anderen Bodenschätzen des peruanischen
Urwaldgebietes interessiert sind, die verbrieften Rechte der Bewohner mit Füßen tritt,
und die vom peruanischen Parlament erlassenen Gesetze von den staatlichen Instanzen
nicht entsprechend respektiert werden. Wo die Interessen des Geldes über die Menschenrechte
der Bürger gestellt werden, verliert staatliche Autorität ihre Legitimation.
Nachdem wir erst vor kurzem die unsäglichen Umweltverschmutzungen und Schäden
am Leib und Leben der Bewohner im andinen Minengebiet von La Oroya zum Anlass
unseres scharfen Protestes nehmen mussten, sind es nun die blutigen Auseinandersetzungen
im Amazonasgebiet, in denen wir uns rückhaltlos mit der leidenden Bevölkerung
in Peru solidarisieren. Wir unterstützen den Einsatz der katholischen Kirche in den Bistümern
Chachapoyas, Jaën und anderen apostolischen Vikariaten der Amazonasregion
und machen uns den flammenden Aufruf des Vorsitzenden der peruanischen Bischofskonferenz,
Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos zu eigen: „Das Leben ist ein Wert, der
nicht zur Disposition gestellt werden darf, in welchen Umständen auch immer. Die Konfrontation
unter Landsleuten muss unverzüglich beendet werden. Es darf nicht sein, dass
Peruaner auf Peruaner schießen. Wir rufen alle Autoritäten auf, zum Dialog zurückzukehren
als dem einzigen Weg, den Konflikten auf friedliche Weise zu begegnen.“ Dieser
Stimme im Interesse des Dialogs, des Lebens und des Friedens gibt es nichts hinzuzufügen.
Msgr. Wolfgang Sauer, Domkapitular
Weltkirchenreferent und Partnerschaftsverantwortlicher
Kann man wohl nur zustimmen
