Honduras zählt zu den drei ärmsten Ländern Lateinamerikas. 50 Prozent der Bevölkerung leben in Armut, etwa 23 Prozent gelten als extrem arm. Besonders ausgeprägt ist die Armut in ländlichen Gebieten und unter den etwa 6,5 Prozent indigenen und afro-honduranischen Bevölkerungsgruppen.
Honduras Wirtschaft ist überwiegend von der Land- und Holzwirtschaft und den Rücküberweisungen der meist in die USA ausgewanderten Familienmitglieder abhängig. Diese Mittel werden aber nicht für den produktiven Bereich, sondern für Konsumgüter genutzt und tragen somit nur bedingt zu einer nachhaltigen Armutsreduzierung bei.
Die Regierung von Staatspräsident Manuel Zelaya hat bei der Amtsübernahme im Jahr 2006 vor allem eine stärkere Fokussierung ihrer Politik auf Armutsreduzierungsmaßnahmen, Bildungsinvestitionen, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung sozialer Dienste sowie Transparenz und Rechenschaftsablegung gegenüber den Bürgern angekündigt. Die Ausgaben für die Armutsreduzierungsstrategie sollen zwar weiter steigen, doch bergen die Bestrebungen der Regierung, den Begriff Armutsausgaben weiter auszuweiten, die Gefahr, dass die staatlichen Maßnahmen nicht ausreichend auf Armutsbekämpfung ausgerichtet werden.
Der Förderung von Dezentralisierungs– und Demokratisierungsprozessen im Rahmen der Stärkung von Gemeindeverwaltungen kommt große Bedeutung zu, da dieser Bereich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Armutsminderungsstrategie (PRS) eine zentrale Rolle spielt. Kritikpunkte an der Vorgehensweise der Regierung sind, dass staatliche Umsetzungsstrukturen unzureichend vorbereitet und finanziell schlecht ausgestattet und lokale Regierungen mit ihren Aufgaben überfordert sind sowie dass die Zivilgesellschaft unzureichend einbezogen wird.
Schwerpunktbereiche der deutschen EntwicklungszusammenarbeitDie deutsche EZ leistet auf der Grundlage der nationalen Armutsstrategie einen Beitrag zur Armutsreduzierung. Folgende drei Schwerpunkte wurden festgelegt:
Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
BildungDie Themen „Dezentralisierung“ sowie „Gleichberechtigung der Geschlechter“ sind Querschnittsaufgaben innerhalb der drei Schwerpunkte. Der Fokus liegt auf der Umsetzung der Armutsreduzierungsstrategie unter aktiver Beteiligung von Kommunen und Zivilgesellschaft.
Engagement des DED
Der DED beteiligt sich seit 2005 an der Gebergruppe G16, die eigene Aktivitäten koordiniert und die honduranische Regierung bei der Umsetzung des PRS-Prozesses berät. Wirkungsziel des DED ist die Förderung regionaler und lokaler Entwicklungsprozesse.
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Der DED konzentriert sich in diesem Schwerpunkt auf die Förderung der lokalen und regionalen Wirtschaftsentwicklung sowie die Jugendbeschäftigung. Der DED arbeitet gemäß der vereinbarten geographischen Konzentration der deutschen EZ im Osten und Westen des Landes.
Im Rahmen eines PPP-Projektes „Pflanzenöl als Treibstoff“ in Koordination und mit Finanzierung des Common Fund for Commodities, der inter-gouvernementalen Finanzierungsinstitution der Vereinten Nationen, leistet der DED einen Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energien. Soziale Unternehmensverantwortung (CSR) wird innerhalb des PPP-Programms und als Teil der nachhaltigen Wirtschaftsförderung als Thema bearbeitet und umgesetzt.
Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlichen Ressourcen
Geographisch konzentriert sich der DED in diesem Bereich überwiegend auf den Nordosten des Landes. Das Beratungsangebot zielt auf die Förderung gesellschaftlicher Beteiligungsprozesse beim Ko-Management von Schutzgebieten, die Ausbildung lokaler Akteure im Management von Umweltkonflikten und die Stärkung unternehmerischen Handelns im Bereich Soziale Waldwirtschaft. Es stärkt die institutionellen und technischen Kapazitäten der Partnerorganisationen.
Engagement außerhalb der SchwerpunkteDas Engagement des DED richtet sich hier auf die Unterstützung gesellschaftlicher Beteiligungsprozesse an der Umsetzung der Armutsreduzierungsstrategie auf nationaler und regionaler Ebene. Hierzu gehören die Befähigung der Zivilgesellschaft zur Erarbeitung und Einbringung neuer Vorschläge, politische Einflussnahme, Verbesserung der Transparenz sowie Durchführung von Wirkungsmonitoring und Sozialaudit. Die Förderung einheimischer Organisationen (EO) findet – ergänzend zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen – im Rahmen der Bürgerbeteiligung an PRS-Prozessen statt. Außerdem unterstützt der DED ein Zusammenschluss von Gemeindevertretungen bei der Erstellung und Umsetzung munizipaler Entwicklungspläne.
KontaktReferat Lateinamerika und Karibik
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